D Die faszinierende Lebensgeschichte des letzten Propheten

16- Eine neue Gesellschaft

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Langsam ritt der Prophet auf seiner Kamelstute Qaswa inmitten einer großen Menschenmenge durch Medina. [207] Viele der Muslime näherten sich ihm, berührten Qaswas Zügel und baten: „O Gesandter Allahs, bleibe bei uns, wir haben für dich Reichtum und Schutz!“

„Lasst sie weiterziehen, denn sie steht unter dem Befehl Allahs“, erklärte der Prophet. Nach einer Weile verließ die Kamelstute die Straße und kniete auf einem Platz nieder, der zum Trocknen der Datteln genutzt wurde.

Der Prophet stieg ab und fragte, wessen Haus diesem Ort am nächsten sei. Abu Ayyub sagte: „Meines, o Gesandter Allahs“. So hatte er die Ehre, der Gastgeber des Propheten zu sein. Abu Ayyub [208] band das Gepäck los und brachte es in sein Haus. Die Bewohner Medinas berichteten später, dass es nie einen fröhlicheren Tag in Medina gegeben habe als diesen.
Der Prophet wollte nun wissen, wem der Platz gehörte, auf dem die Kamelstute sich niedergelassen hatte.

Es dauerte nicht lange, bis die Besitzer, Sahl und Suhail, zwei Waisen, ausfindig gemacht waren. Der Prophet fragte, ob sie dieses Grundstück verkaufen möchten. Sie wollten es ihm jedoch schenken.

Den Besitz der Waisen wollte der Prophet aber nicht als Geschenk annehmen, deshalb kaufte er ihnen den Platz ab.
„Hier, so Allah will, ist die Niederlassung“, erklärte er dann. Umgehend wurde mit dem Bau einer Moschee begonnen. Sie sollte ein Ort des Gebetes und eine Versammlungsstätte für die Muslime werden. An einer Seite der Moschee wurden einfache Räume als Wohnung für den Propheten angefügt.

Abu Bakrs Frau Umm Ruman und ihre Kinder kamen bald nach. Mit der Auswanderung verlor Abu Bakr seinen gesamten Besitz in Mekka.

Bald war das bescheidene Haus des Propheten fertig. Er schickte Zaid, um Sauda, seine Töchter Umm Kulthum und Fatima, sowie auch Zaids Frau Baraka und ihren kleinen Sohn Usama aus Mekka zu holen.

Sauda stand dem Haushalt des Propheten vor, als dieser kurz nach ihrer Ankunft in Medina Abu Bakrs Tochter Aischa heiratete. Aischa kannte Muhammad seit ihrer Kindheit und wusste, dass er der Gesandte Allahs war. Sie hörte immer wieder Gutes über ihn und mochte ihn auch selbst sehr gerne. Seine Eheschließung mit Aischa machte nicht nur die Braut glücklich, sondern auch ihre Eltern, die diese Ehre wohl zu schätzen wussten.

Die Ehe des Propheten mit der jungen Aischa belastete auch Sauda nicht. Ihr wurde bald klar, wie wissensdurstig dieses Mädchen war, das von Allah eine große Aufnahmefähigkeit geschenkt bekommen hatte und ihr Wissen den Muslimen und der ganzen Menschheit einst weitergeben sollte. Aischa war die Tochter des ersten und wichtigsten Helfers des Propheten, des Mannes, der ihm am liebsten war und ihm am nächsten stand.



Wegen Aischas Herkunft und der Liebe des Propheten zu ihr räumte Sauda ihr bald die erste Stelle im Haus des Propheten und in der Gemeinde ein. Nach Berichten der Muslime war Sauda zur Zeit ihrer Heirat mit dem Propheten schon recht alt, und damit wollte er seiner Gemeinde ein gütiges Vorbild sein. Sauda war klar, dass Muhammad sie nicht weltlicher Dinge wegen geheiratet hatte. So sagte sie eines Tages: „Bei Allah, ich lege keinen Wert mehr auf die eheliche Beziehung, jedoch wünsche ich mir, dass Allah mich am Jüngsten Tag als Ehefrau des Gesandten wiederauferstehen lässt. Ich werde meine Nacht Aischa schenken!“

Der Prophet war tief beeindruckt von ihrer Bescheidenheit und Großzügigkeit. Aischa war Sauda sehr dankbar für die zusätzliche Nacht. Der Verzicht stärkte die Bindung zwischen den beiden Frauen, und Sauda führte weiterhin ein ruhiges Leben im Hause des Propheten. [209] Wie die anderen Gläubigen war auch Aischa der Überzeugung, dass der Gesandte Allahs seine Ehen, deren Sinn und Zweck der Gemeinschaft offenbar waren, im Rahmen der Ausübung und Förderung seiner Botschaft schloss – nicht zur Befriedigung persönlicher Begierden. [210]

Die islamische Gemeinde wurde begründet und fortan sollte niemand mehr seines Glaubens wegen benachteiligt werden.
Der Prophet Muhammad verurteilte die Unterdrückung von Frauen, Kindern und Sklaven und erklärte Medina zu einer offenen Stadt der Toleranz und Verständigung. Seine Güte und Barmherzigkeit, die sich nicht nur auf die Menschen, sondern ebenso auf alle anderen Geschöpfe, die Tiere und die Pflanzen, bezog, machte er zu Stützen der Brüderlichkeit, welche das Fundament der neuen Gesellschaft bildete. [211]

Die Frauen in Medina bekamen Rechte, von denen sie vorher nicht einmal geträumt hatten. Sie durften Besitz haben, hatten ein Recht auf das Erbe ihrer Verwandten und Ehemänner und durften nicht mehr ohne ihre Zustimmung verheiratet werden.

Der Prophet kümmerte sich auch um das Wohlergehen der Kinder. Er wies die Muslime an, alle Kinder, sowohl Jungen als auch Mädchen, Lesen und Schreiben zu lehren. Er war bekannt für seine Freundlichkeit den Kindern gegenüber.

Schwache und Starke wurden gleich behandelt. Der Prophet lehrte die Muslime, dass es gottgefällig sei, Sklaven die Freiheit zu schenken. So kamen viele Sklaven frei.
Die Offenbarungen schrieben den Muslimen vor, dass jeder Wohlhabende pro Jahr 2,5% seines Besitzes an die Armen abzugeben habe – die sogenannte Zakat. Der Armut wurde der Kampf erklärt.

In Medina, der Stadt des Propheten, waren bald fast alle Menschen Muslime. Allmählich lebten sich die Auswanderer aus Mekka ein und bekamen den Namen Muhadschirun, Auswanderer. Die Muslime aus Medina wurden vom Propheten Ansar genannt, Helfer – denn sie halfen ihren Brüdern und Schwestern aus Mekka. Sie nahmen sie in ihren Häusern auf und teilten mit ihnen alles, was sie besaßen, da die Auswanderer ihre gesamte Habe in Mekka hatten zurücklassen müssen.

Die Muslime richteten ihr tägliches Leben und ihre gemeinsamen Angelegenheiten nach den Lehren des Islam aus, die jeder leicht praktizieren konnte. Der Prophet achtete darauf, dass die Menschen in der Religion nicht übertrieben und sich damit ihr Leben nicht unnütz erschwerten. [212]

Er gab der neuen Gesellschaft eine Ordnung, stellte Regeln für das Zusammenleben auf und definierte das Erlaubte und Verbotene, all dies basierend auf dem Koran. Er schaffte die Blutrache ab und stellte Frieden zwischen den einzelnen Stämmen her.

Es wurde auch das Verhältnis zu den Nichtmuslimen, vor allem zu den jüdischen Stämmen, geregelt, welche ein Teil der neuen Gesellschaft bleiben sollten.

Der Prophet schloss ein Abkommen mit ihnen, in dem Muslimen und Juden ähnliche Rechte und Pflichten gegeben und auferlegt wurden, damit Gerechtigkeit herrschte. [213]

Dieses Abkommen wurde „Der Vertrag von Medina“ genannt. In Verbindung mit den Aussagen des Korans wurde er die Basis für das Zusammenleben von Juden und Christen in muslimischen Gesellschaften. [214]

Viele Juden schätzten die Toleranz und die Großzügigkeit des Propheten und seiner Lehre. Aber unter einigen ihrer Oberhäupter und Gelehrten regte sich auch Widerstand, aus Neid, weil Allah Seinen letzten Propheten unter den Arabern erwählt hatte, denn nun war das Prophetentum von den Kindern Isaaks auf die Kinder Ismaels übergegangen. Ein weiterer Grund war, dass sich durch die neuen Verhältnisse in Medina der Einfluss der jüdischen Stämme verringerte.

Einige der Angehörigen der jüdischen Stämme wurden aber auch Muslime. Dieser Schritt war für sie nicht immer einfach. Einer von ihnen war der angesehene und gelehrte Rabbi Hussain Ibn Sallam. Er hatte keinen Zweifel daran, dass Muhammad der Gesandte Allahs war, da über ihn in den Schriften der Juden und Christen schon berichtet worden war.

Ibn Sallam ging heimlich zum Propheten, um ihm mitzuteilen, dass er Muslim geworden war. Er schlug vor, dass der Prophet die jüdischen Gelehrten befragen sollte, was sie über ihn, Ibn Sallam, dachten, ehe sie von seinem Beitritt zum Islam erfuhren.

Dies tat der Prophet. Während der Rabbi sich in seinem Haus verbarg, fragte Muhammad die Juden, was sie über Ibn Sallam dachten.

Einstimmig antworteten sie: „Er ist unser Gelehrter, Sohn unseres Gelehrten, unser Oberhaupt und der Sohn unseres Oberhauptes!“

Der Prophet sagte: „Was ist, wenn er Muslim wird?“ Sie antworteten: „Allah bewahre ihn davor, das würde er nie tun!“

Nun kam Ibn Sallam hervor und sprach das Glaubensbekenntnis. Als die Gelehrten dies hörten, sagten sie: „Ibn Sallam ist der Boshafteste unter uns und der Sohn eines Boshaften!“ Ibn Sallam sagte: „Ihr Juden, ihr wisst, dass dieser Mann der Prophet Allahs ist, der in der Thora mit seinem Namen und seinen Eigenschaften erwähnt wird, also fürchtet Allah und nehmt an, was Er euch gesandt hat!“ Dann erklärte er, dass er selbst und seine gesamte Familie den Islam angenommen hatten. Sie beschimpften ihn und gingen davon. [215]

Auch unter den Aws und den Chazradsch hatte der Prophet einige Gegner; diese waren entweder beim Götzendienst geblieben oder hatten den Islam nur zum Schein angenommen, um Vorteile zu erlangen. Diese Gruppe der Heuchler verbündete sich mit den Gegnern aus den jüdischen Stämmen. Ihr Oberhaupt war ein bedeutender Mann – Abdullah Ibn Ubay Ibn Salul [216] – eines der Stammesoberhäupter der Chazradsch, der nicht nur an Macht verloren hatte, sondern auch mit ansehen musste, wie sein Sohn, der ebenfalls Abdullah hieß, und seine Tochter Dschamila Muslime wurden.

Die Spaltung der Aws und Chazradsch und der Bürgerkrieg hatten bislang den jüdischen Stämmen gewisse Vorteile gebracht, denn sie hatten sich auf beiden Seiten daran beteiligt. Die Bani Qaynuqa und die Bani AnNadir waren mit den Chazradsch verbündet, die Bani Qurayda mit den Aws. So kam es auch, dass bei der Schlacht von Bu‘ath [217] jüdische Stämme auf der Seite ihrer jeweiligen Verbündeten gegeneinander kämpften.

Inzwischen war der Islam gekommen, der das Zusammenleben der Stämme und Religionen in Frieden und Gerechtigkeit gebot. Ibn Salul und seine Leute, sowie ihre Verbündeten von den jüdischen Stämmen indes großes Interesse daran, die alte, vorislamische Ordnung beizubehalten.

Es gab auch jüdische Rabbiner, die sich, um Zweifel unter den Muslimen zu säen, in heuchlerischer Weise zum Islam bekannten. Einer von ihnen war Zaid Bin Al-Lusayt. Als sich einmal das Kamel des Propheten verlaufen hatte, spottete er: „Muhammad soll Botschaften aus dem Himmel empfangen, und er weiß nicht einmal, wo sein Kamel gerade ist!“

Nachdem Allah es ihn wissen ließ, sagte der Prophet: „Bei Allah, ich weiß nur Dinge, die Er mich wissen lässt, und Er hat es mir gezeigt. Es ist in jenem Tal, und es verfing sich mit seinem Zügel an einem Baum.“ Sogleich machten sich einige Muslime auf den Weg und fanden das Kamel an der Stelle, die der Prophet ihnen genannt hatte, und in dem Zustand, den er beschrieben hatte. [218]

Eines der einflussreichsten und ältesten Oberhäupter der Bani Qaynuqa war Shas Bin Qays. Die neue friedliche Ordnung und die Verbrüderung zwischen den beiden großen Stämmen Medinas, sowie zwischen den Muhadschirun und den Ansar, also den Auswanderern und den Helfern, ärgerten ihn.

Deshalb beauftragte er einen jungen Sänger, sich zwischen die Männer zu setzen, wenn Angehörige der Aws und der Chazradsch zusammensaßen, und alte Gedichte vorzutragen, die während des Krieges von Dichtern beider Stämme verfasst worden waren. Es handelte sich um Verse, in denen die Stämme sich selbst als tapfer und ehrbar beschrieben, während der jeweilige Feind verhöhnt wurde; auch vielfältige Erinnerungen an die Gefallenen wurden geweckt und Rache geschworen.

Als also die Aws und die Chazradsch wieder einmal friedlich beieinandersaßen, tat der Sänger, was Shas Bin Qays ihm gesagt hatte. Er trug Gedichte über die Schlacht von Bua‘th vor. Mit seiner schönen Stimme gelang es ihm tatsächlich, die Männer an die schreckliche vorislamische Vergangenheit zu erinnern und alte Wunden aufzureißen.

Zwei Angehörige der beiden Stämme begannen, sich zu streiten. Schon erklang der Ruf: „Greift zu den Waffen!“

Schnell wurde der Prophet benachrichtigt. Er eilte mit einigen Auswanderern zu dem Platz, wo die beiden Gruppen sich gerade voller Wut aufeinanderstürzen wollten und rief: „O Ihr Muslime, Allah, Allah! Wollt ihr euch so verhalten wie in den Tagen der Unwissenheit, jetzt, wo ich unter euch bin? Nachdem Allah euch rechtgeleitet und euch mit dem Islam geehrt hat, euch von euren Sitten aus der Zeit der Unwissenheit befreit, euch vor dem Unglauben gerettet und eure Herzen vereint hat?“

Die tadelnden Worte aus dem Mund des Propheten brachten die Zornigen wieder zur Vernunft und erinnerten sie daran, dass der Islam ihre Herzen längst versöhnt und sie zu einander liebenden Geschwistern gemacht hatte. Sie schämten sich ihres Verhaltens und erkannten, dass sie hereingelegt worden waren. Weinend umarmten sie sich und gingen mit dem Propheten zur Moschee. [219]

Nachdem nun die meisten Bewohner Medinas Muslime geworden waren, wurde es notwendig, einen Weg zu finden, sie zum gemeinsamen Gebet in die Moschee zu rufen. Anfangs waren sie ohne Aufforderung zur richtigen Zeit zum Propheten gekommen; das war nun nicht mehr so einfach. Der Prophet überlegte mit ihnen, was man machen könne. Sie dachten an ein Horn oder eine Glocke, um zum Gebet zu rufen.

Abdullah Bin Zaid hatte einen Traum. Gleich nachdem er wach wurde, ging er zum Propheten und sprach: „O Gesandter Allahs, in der letzten Nacht sah ich im Traum, wie ein grün gekleideter Mann mit einer Glocke in der Hand an mir vorbeilief. Ich habe ihn gefragt: ‚Du Diener Allahs, würdest du mir diese Glocke verkaufen?’
‚Was hast du damit vor?‘, fragte er mich.
‚Damit zum Gebet rufen‘, antwortete ich ihm.
‚Soll ich dir etwas Besseres zeigen?‘, entgegnete er.
‚Was wäre das denn?‘, fragte ich.

Da sagte er: ‚Rufe viermal: „Allahu akbar, Allah ist größer!“ und jeweils zweimal: „Aschhadu an la ilaha illa Allah – ich bezeuge: Es gibt keinen Anbetungswürdigen außer Allah! Aschhadu anna Muhammadan Rasulullah – ich bezeuge: Muhammad ist der Gesandte Allahs! Hayya ‘alas Salat – kommt zum Gebet! Hayya ‘alal Falah – kommt zum Heil! Allahu akbar – Allah ist größer!“ Und dann zuletzt einmal: „La ilaha illa Allah – es gibt keinen Anbetungswürdigen außer Allah.“‘

Als der Prophet das hörte, rief er: „Ein wahrer Traum, so Allah will! Geh zu Bilal und bring es ihm bei. Er soll damit zum Gebet rufen; denn seine Stimme ist kräftiger als deine!“ [220]

Gewiss war die Kehle Bilals, auf dessen Körper Umayya einst den schweren Stein gelegt hatte und der in der Hitze Mekkas so grausam gefoltert worden war, diejenige, die es verdiente, den Ruf der Einzigkeit Allahs laut und herrlich zu verkünden, so dass er die Weiten des Himmels durchdrang und alle Menschen ehrfürchtig erschauern ließ. Ein Ruf, der seitdem fünfmal am Tag die Einheit und Großartigkeit Allahs in arabischer Sprache verkündet, ohne dass je eine einzige Silbe geändert wurde.

Umar war in seinem Haus, als er Bilals Stimme hörte, die zum Gebet rief. Er rannte so schnell er konnte zum Propheten und sprach: „O Prophet Allahs! Bei Dem, Der dich mit der Wahrheit sandte, ich hatte den gleichen Traum!“

„Allah sei gelobt dafür!“, rief der Prophet.
In der Nähe der Moschee stand das höchste Haus der Stadt. Es gehörte einer Frau von der Sippe der Nadschar. Von hier aus rief Bilal nun jeden Tag zum Morgengebet. Bevor es dämmerte, war er immer schon da und wartete, bis er das Frühlicht erblickte. Dann sprach er ein Bittgebet: „O Allah, ich lobpreise Dich und erbitte Deine Hilfe, dass die Quraisch Deiner Religion folgen!“

Es gab keine Nacht, in der er diese Worte auch nur einmal vor seinem Gebetsruf ausließ. [221]

 


[207] Zu dieser Zeit hieß die Stadt noch Yathrib. Erst nach der Gründung des islamischen Staates wurde sie Medinat-ur-Rasul (die Stadt des Propheten), kurz Medina, genannt.

[208] Abu Ayyub Chalid Bin Zaid hatte beim zweiten Treffen in Al-Aqaba den Treueid geschworen. (Ibn Hischam, S. 229–231).

[209] Nach ihrem Tod fasste Aischa ihre Meinung über Sauda in den Worten zusammen: „Es gibt unter den Menschen niemanden, den ich wegen seines Charakters mehr liebe als Sauda, obwohl sie etwas Schärfe hatte.“

[210] Vom Propheten selbst ausgebildet, galten seine Frauen bei der weiteren Vermittlung der islamischen Lehre als sachkundige Lehrerinnen für Frauen und Männer. Ihre Wohnräume und die Moschee waren Ausbildungsstätten für muslimische Frauen. Sie waren die ersten Theologinnen und Überlieferinnen – nicht nur für ihre Zeit, sondern für die gesamte islamische Welt bis heute. Der Koran bezeichnet jede von ihnen als „Mutter der Gläubigen“. Allein Aischa überlieferte zuverlässig mehr als 2200 Aussagen des Propheten.

[211] Eine der Aussagen des Propheten zum Thema Umwelt: „Wenn jemand ein Bäumchen pflanzt, schreibt ihm Allah so viel Lohn zu, wie der Baum Früchte trägt.“ (Überliefert durch Ahmad Ibn Hanbal).

[212] Dieses Prinzip überlieferte die Frau des Propheten, Aischa, in einem Hadith: „Jedes Mal wenn der Gesandte Allahs zwischen zwei Dingen wählen konnte, nahm er das Leichtere, solange es keine Sünde war.“ Siehe Sahih Buchari 3560, Sahih Muslim 2327 und den bekannten Hadith: „Macht alles leicht und erschwert nichts. Verbreitet gute Botschaften und erschreckt die Leute nicht.“ (Sahih Buchari 69; Sahih Muslim 1734).

[213] „Kein Zwang im Glauben! Klar ist nunmehr das Rechte vom Irrtum unterschieden.“ (Koran 2: 256). Dies ist sowohl das Verbot, in Glaubensfragen Gewalt anzuwenden, als auch die Feststellung, dass solcher Zwang ein untauglicher Versuch wäre. (Vgl. Der Koran, Übersetzung von Max Henning, Überarbeitung von Murad Hofmann).

[214] Ibn Hischam, S. 232–234.

[215] Ibn Hischam, S. 240–241.

[216] Ibn Ubay Ibn Salul war ein mächtiger Mann in Medina. Nach dem Krieg zwischen den Aws und den Chazradsch war er es, auf den sich die Stämme als König geeinigt hatten. Die Ankunft des Propheten in Medina verhinderte jedoch, dass er König wurde. Ibn Salul fühlte sich daher seiner Königswürde beraubt. Diejenigen, die ihn als ihr Oberhaupt sahen, pflegten sich bei ihm zu treffen.

[217] Bei der Schlacht von Bu‘ath – einem Ort in der Nähe von Medina – hatten beide Stämme große Verluste zu beklagen. Am Ende siegten die Aws. Die Schlacht fand wenige Jahre vor der Hidschra, der Auswanderung des Propheten, statt und belastete noch immer das Verhältnis zwischen Aws und Chazradsch.

[218] Ibn Hischam, S. 245.

[219] Ar-Rahiq Al-Machtum, S. 216; Ibn Hischam, S. 261–262.

[220] Ibn Hischam, S. 236.

[221] Ibn Hischam, S. 236–237.

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