Friedensnobelpreis für Tawakkul Karman
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Sie wird bedroht, ihre Kinder kann sie kaum sehen. Doch T. Karman kämpft weiter – für Jemen und die Demokratie.
Viel war im Vorfeld spekuliert worden. Wer von den Aktivisten des arabischen Frühlings würde den diesjährigen Friedensnobelpreis wohl bekommen? Der smarte ägyptische Google-Manager Wael Ghonim? Die couragierte tunesische Bloggerin Lina Ben Mhenni? Oder die Mitbegründerin der Bewegung 6. April, Israa Abdel Fattah, deren beharrliche Arbeit den Boden für die Demokratiebewegung am Nil bereitete?
Die muslimische Frau Tawakkul KarmanDie Wahl des Nobel-Komitees jedoch fiel auf eine junge Frau, die in Jemens Hauptstadt Sanaa in einem Zelt lebt. Sie ist Mutter dreier Kinder, stets in landesüblicher schwarzer Abaya gekleidet, kombiniert mit einem bunten Kopftuch. Zusammen mit Zehntausenden Mitstreitern kämpft Tawakkul Karman seit acht Monaten für den Sturz von Präsident Ali Abdullah Salih, der das Land an der Südspitze der Arabischen Halbinsel seit 33 Jahren beherrscht.
Die 32-jährige Karman ist die wichtigste Stimme der jemenitischen Jugendbewegung und die erste arabische Frau, die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wird. Seit Jahren hat sie sich als mutige Menschenrechtlerin einen Namen gemacht, war 2005 die Mitbegründerin der Organisation Journalistinnen ohne Ketten. "Ich widme den Preis dem arabischen Frühling", erklärte die Geehrte auf dem sogenannten Platz der Veränderung inmitten der Zeltstadt der Protestierer.
Der Nobelpreis sei ein Sieg für die jemenitische Revolution und ihren friedlichen Charakter. "Wir sind hier, um unsere Freiheit und Würde zurückzuholen. Wir wollen einen modernen und demokratischen Jemen", rief die eloquente Gegenspielerin des Regimes aus. Karman gehört der Islah-Partei an, dem jemenitischen Zweig der Muslimbruderschaft.
Tagesspiegel





