Aufbruch nach Mina - Tag des Schlachtens
| Pilgerfahrt - Haddsch Al-Ifrâd |
3. Tag:
(Aufbruch nach Mina / Tag des Schlachtens)
Tag des SchlachtensNach dem Verrichten des Morgengebets und vor Sonnenaufgang bricht der Pilger nach Mina auf und bemüht sich unterwegs viel Talbiya zu sprechen und folgendes zu sagen : [O Allāh, ich bin zu Dir gekommen, und fürchte mich vor Deiner Strafe. Ich wende mich Dir zu und empfinde Furcht vor Dir. Ich flehe Dich an, mine Riten beim Hadsch anzunehmen. Mach, dass Deine Güte mich bereichert! Nimm meine Bitte und meine Anbetung durch Deine Barmherzigkeit an! O Allāh, gib unserem Herrn Muhammad Segen und Friede!)
Wadi al-Muhassir soll der Pilger durcheilen, danach normal gehen. In Mina angekommen sagt er: [ Lob sei Allāh, dass ich in Mina verschont und gesund angekommen bin. O Allāh, ich bin Dein Diener und Du hältst Deine Hand über mich. Ich flehe Dich an, gib mir das beste, von dem Du Deinen guten Dienern verschenkt hast! O Allāh, ich suche bei Dir Zuflucht vor Vorenthaltung und Prüfungen in meinem Glauben. Du bist der Allerbarmer].
In Mina vollzieht der Pilger mehrere Verrichtungen :
- Das Steinigen der Dschamrat al-‘Aqaba (die große Säule)
- Das Schlachten eines Opfertiers (nur für den Mutamatt‘i und den Qārin)
- Haare rasieren oder kurz schneiden lassen
- Tawāf al-Ifāda (obligatorische Umschreitung der K‘aba)
- Sa‘i des Hadsch (es sei denn, der Pilger hat diesen Sa‘i schon vorher verrichtet)
1. Das Steinigen der Dschamrat al-‘Aqaba
Der Pilger wirft sieben Steinchen nacheinander auf die Säule und sagt bei jedem Wurf: [Im Namen Allāhs, Allāh ist der Größte. Das Steinigen ist gegen den Willen des Satans und seiner Gefolgschaft und ist Allāh, dem Allerbarmer, zuliebe).
Noch vor dem ersten Wurf hört der Pilger mit der Talbiya auf.
Die Zeit für das Steinigen ist der Sunna nach, vom Sonnenaufgang bis zur Zawal-Zeit. Man kann auch nach Sonnenuntergang bis zum nächsten Frühlicht steinigen; aber es ist makrūh (verwerflich) ohne Entschuldigungsgrund.
Die Steinchen sollen die Säule treffen oder in den umgebenden Kreis fallen. Der Pilger stellt sich möglichst so auf, dass Mina rechts und Makka links von ihm liegt. Steht der Pilger auf der Brücke, dann ist das Werfen von jeder Richtung erlaubt.
2. Haare rasieren od. kürzen
Der Pilger soll das Kopfhaar rasieren oder etwa 2 cm kürzen lassen. Das Rasieren ist bevorzugt. Ibn ‘Omar, AllāhsWohlgefallen auf ihm, berichtete, dass der Gesandte Allāhs, Allāhs Segen und Friede auf ihm, sagte:” Allāh erbarmt sich derer, die die Köpfe (Während des Hadsch) rasieren” Da, sagten (die Gefährten): O Gesandter Allāhs, und auch derer die die Haare kürzen. Er wiederholte die obigen Worte noch zweimal und die Gefährten erwiderten ihm auch noch zweimal. Dann sagte er:” Und auch derer, die die Haare kürzen”.
Frauen schneiden wenigstens eine Strähne ab.
Lieber Bruder im Islam : Wenn Sie den Kopf rasieren lassen, werden Sie, für jedes Haar, von Allāh entschädigt :
- - für jedes Haar gewährt Ihnen Allāh Gutes
- - Ihnen wird von Allāh eine schlechte Tat zugedeckt
- - Und Sie werden mit einem Vorrang bei Allāh begünstigt.
Es ist wünschenswert beim Rasieren folgendes zu sagen :
[Lob sei Allāh, dass Er uns recht geleitet hat, Lob sei Allāh, der uns mit seinen Gaben beschenkt hat, O Allāh, ich flehe Dich mit aufgerichtetem Gesicht an, nimm meinen Hadsch an und vergib mir meine Sünden ! O Allāh, vergib mir und denen, die den Kopf resierten und auch denen, die die Haare kürzten ! Du bist unermeßlich gnädig. Amen !]
Nach dem Rasieren oder dem Kürzen der Haare sagt man : [Lob sei Allāh, dass Er mir ermöglichte meine Riten beim Hadsch durchzuführen].
Danach kann die Ihrām-Kleidung abgelegt werden. Mit Ausnahme der sexuellen Beziehungen sind auch alle Verbote aufgehoben (teilweise Aufhebung des Ihrām). Solche Beziehungen sind erst nach Tawāf al-Ifāda erlaubt.
Tawaf Al-Ifadah:
Tawaf Al-IfadaVon Mina nach Makka zurück. Dort begibt sich der Pilger zum Tawāf mit seiner gewöhnlichen islamischen Kleidung sieben Umrundungen, verrichtet zwei Rak‘āt
am Maqām Ibrāhīm,
begibt sich zum Multasam, trinkt vom Brunnen Zamzam und verrichtet Sa‘i zwischen Safā und Marwa als Teil des Hādsch, es sei denn, er hat diesen Sa‘i schon vorher, bei Qirān oder Ifrād, verrichtet.
Nach Tawāf al-Ifāda sind alle Verbote dann aufgehoben. Anschließend kehrt der Pilger nach Mina zurück, wo er die nächsten drei Tage dort verbringt und die drei Säulen steinigt.
Sa‘i des Hādsch zwischen Safā und Marwa:
Der Pilger steigt auf den Hügel Safā und stellt sich möglichst so auf, dass er die K‘aba durch Babu-Safā (Safā-Tor) sieht. Er sagt beim Besteigen des Hügels:
“As-Safā und al-Marwa ist ja etwas von den Heiligen Riten Allāhs, und wer zum Haus die Pilgerfahrt macht oder es besucht, so ist kein Vergehen auf ihm, wenn er zwischen beiden umhergeht, und wer über Gehorsam Gutes tut, so ist Allāh ja dankend, wissend.” Qurā‛n (2/158)
Dann spricht er das Bittgebet:
Sa‘i des Hādsch zwischen Safā und Marwa[Allāh ist der Größte (dreimal), und Lob sei Allāh. Allāh ist der Größte, Er hat uns recht geleitet. Lob sei Allāh, er hat uns seine Gunst erwiesen. Es gibt keinen Gott außer Allāh, Ihm ist nichts beigestellt. Sein sind die Herrschaft und die Lobpreisung, Er macht lebendig und lässt sterben und in seiner Hand ist alles Gut.
Er hat sein Versprechen gehalten. Er ist seinen gehorsamen Dienern beigestanden, hat seine Heerschaft stark gemacht und Er allein hat die feindlichen Parteien niedergeschlagen. Es gibt keinen Gott außer Allāh, wir beten keinen anderen außer Ihm an, unser Glaube ist aufrichtig, selbst wenn er den Ungläubigen missfällt. O Allāh, du hast (in deinem Heiligen Buch) gesagt: « Wenn Ihr mich ruft, erhöre ich euren Ruf ». Du brichst Dein Versprechen nicht. Ich bitte Dich, so wie Du mich zum Islam recht geleitet hast, entreiße mir diesen Glauben nicht, bis ich als wahrer Muslim gestorben bin!] (dreimal)
Dann sagt der Pilger [O Allāh, gib unserem Herrn Muhammad Segen und Friede!]
Jedes Mal, wenn er vom Hügel Safā herabsteigt, wiederholt er das Bittgebet:
[O Allāh, ich bitte Dich, lass mich solche gute Taten vollbringen, die mich Deine Barmherzigkeit spüren lassen und gib mir die Mittel, die mich Deine Vergebung erkennen lassen. Schütze mich vor jeder Freveltat! Gewähre mir jede gute Gabe! Lass mich das Paradies erreichen, und dem Höllenfeuer entkommen!].
Es ist Sunna, dass nur Männer zwischen den beiden Grünnen Säulen im Laufschritt gehen und sagen:
[O Herr, gib uns im Diesseits Gutes und im Jenseits Gutes und schütze uns vor dem Höllenfeuer! Herr, vergib und erbarme Dich, verzeihe und sei gütig, übersehe, was Du weißt! Du bist der Allmächtige, der Freigiebigste! O Allāh, ich bitte Dich, leite mich recht, mach mich gottesfürchtig, redlich und reich! O Allāh, hilf mir, mich Deiner zu erinnern, Dir zu danken und Dir aufs Beste zu dienen!]
Der Pilger geht dann weiter, bis er auf den Hügel Marwa gelangt. Damit hat er eine Runde von sieben Runden vollendet. Diese sieben Runden beginnen auf dem Hügel Safā und enden auf dem Hügel Marwa. Auch jedes Mal, wenn er auf dem Hügel Marwa steht, sagt er auch:
“As-Safā und al-Marwa ist ja etwas von den Heiligen Riten Allāhs, und wer zum Haus die Pilgerfahrt macht oder es besucht, so ist kein Vergehen auf ihm, wenn er zwischen beiden umhergeht, und wer über Gehorsam Gutes tut, so ist Allāh ja dankend, wissend.” Qurā‛n (2/158)‚
und wiederholt dieselben Bittgebete, wie auf dem Hügel Safā und spricht Talbiya während des Sa‘i. Es ist wünschenswert während des Sa‘i Bittgebete und Anrufung Allāhs zu sprechen und auch Qurā‛n zu rezitieren. Nach Ende des Sa‘i sagt er: [Unser Herr, nimm unseren Hadsch an, erlass und vergib uns! Hilf uns Dir zu gehorchen und zu danken!]
Nach Ende der siebten Runde ist es wünschenswert, zwei Rak‘āt nahe der K‘aba zu beten.
Während des Sa‘i ist Idtib‘ā (bei den Hanafiten) nicht unbedingt erforderlich; bei den Schafiten ist es schon.
Reinheit ist zum Sa‘i nicht erforderlich. Sie ist aber wünschenswert, da der Mas‘ā (Laufbahn für den Sa‘i) als Teil der Heiligen Moschee betrachtet wird.
Wird der Tawāf unterbrochen, wegen des Fard-Gebets, oder aus irgendeinem Grund, wird er vom Beginn derselben Umrundung fortgesetzt, wo er unterbrochen wurde.
Der Mufrid kann nach Tawāf al-Qudūm (Ankunftstawāf) den Sa‘i für Hadsch verrichten. Er braucht dann diesen Sa‘i nach Tawāf al-Ifāda nicht zu wiederholen.
Dann kehrt der Pilger nach Mina zurück, um die Nacht dort zu verbringen.
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